Freitag, 12. April 2013
BIZ vor Ort in Arenberg/Immendorf
Die Themen Nahversorgung Arenberg und
B-Plan Weikertswiese erhitzen die Gemüter der Bürger
Die gut besuchte BIZ-Bürgerversammlung in
Arenberg/Immendorf, moderiert vom Fraktionsvorsitzenden Stephan Wefelscheid, wurde
diesmal tatkräftig von der Verwaltung unterstützt: Helmut Wittgens,
stellvertretender Amtsleiter für Stadtentwicklung und Bauordnung, sowie Rüdiger
Dittmar, Leiter des Eigenbetriebs für Grünflächen und Bestattungswesen, standen
den Arenbergern Rede und Antwort.
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| BIZ-Fraktionsvorsitzender Stephan Wefelscheid begrüßt die Versammlung |
Während
der Versammlung zeigte sich, dass es zwei zentrale Themen gab, an denen sich
die Gemüter der Bürger des Doppelstadtteils erhitzten: Das eine Thema war die
fehlende Nahversorgung durch einen Vollsortimenter und das andere der in Aufstellung
befindliche Bebauungsplan Nr. 312 „Weikertswiese und angrenzende Bereiche“.
Dabei könnte hinsichtlich des Nahversorgers alles so
einfach sein, gibt es doch mit zwei Interessenten zwei ernsthafte Betreiber,
die diese Lücke füllen könnten. Aber die Wirtschaftsförderung sieht das wohl
anders, diese möchte für die Ansiedlung eines Nahversorgers das Gelände der
Fritsch-Kaserne nutzen. Viele Bürger und auch die Räte der BIZ sehen hier im
Faktor Zeit ein Problem. „Bis das Gelände der Fritsch-Kaserne für eine Bebauung
fit gemacht wurde, geht zuviel Zeit ins Land. Keiner weiß genau, welche
Altlasten vorab beseitigt werden müssen“, heißt es einhellig aus den Reihen der
Besucher der Bürgerversammlung. Auch die vom Fraktionsvorsitzenden abschließende
Abstimmung, ob man eine Ansiedlung eines Vollsortimenters auf dem Gelände der
Fritsch-Kaserne wünsche, zeigte eindrucksvoll, dass alle Anwesenden die
innerörtliche Lösung bevorzugen. „Die BIZ wird das Thema weiter begleiten und
einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat einbringen“, verspricht BIZ-Rätin
Angela Keul-Göbel, die selbst auch Arenbergerin ist.
Zum Thema Bebauungsplan Nr. 312 „Weikertswiese und
angrenzende Bereiche“ hielt Helmut Wittgens einen ausführlichen Vortrag. Er
erklärte, dass er davon ausgehe, dass die Aufstellung des Bebauungsplanes aller
Voraussicht nach bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen könne. Dies ließe sich
mit den vielen Aspekten der zu prüfenden Planungen erklären. Während Herr
Wittgens Ausführungen war zu spüren, dass vielen Arenbergern/Immendorfern dabei
der Erhalt der Freiluftschneise besonders am Herzen liegt. Einige schienen
durch den Vortrag verunsichert: Bleibt die Grünzone der Weikertswiese nun
erhalten oder nicht und wo genau wird die Schneise verlaufen? Im Detail konnte
auch Herr Wittgens diese Fragen noch nicht beantworten, da die Verwaltung
derzeit erst mit der Planung begonnen habe und diese Punkte insofern noch konkret
ausgearbeitet werden müssen. Jedoch nahm er als konstruktive Vorschläge aus den
Reihen der Versammlung zwei Anregungen mit: Eine Bürgerin regte den Kauf der
für den Erhalt der Freiluftschneise so wichtigen Areale durch die Stadt an.
Eine andere Bürgerin schlug vor, den sog. Soltmannplan, eine Kartierung der
Freiluftschneisen Arenbergs aus den 1980er Jahren, bei den Festsetzungen des
Bebauungsplans zu beachten. Herr Wittgens sicherte zu, beide Ideen mit dem
Baudezernenten besprechen zu wollen. Die BIZ-Fraktion wird diese Anregungen
ebenfalls aufnehmen und im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans besonderes
Augenmerk darauf richten, dass im Rahmen der Festsetzungen der Erhalt der
Grünzone und der Freiluftschneise endgültig abgesichert wird.
Fragen rund um das Thema Friedhof wurden von Rüdiger
Dittmar beantwortet. Ein Ärgernis war dabei der ungepflegte Zustand etlicher
Gräber, sowie der Zustand der Wege, welchen man durch das verstärkte Streuen
von Split verbessern könne. Herr Dittmar erklärte kurz, wie der Friedhof
zukünftig aussehen und wo der bisher fehlende Parkplatz entstehen solle. Den
für die Herrichtung vorgesehen Zeitplan wolle man einhalten. Im Juni 2013 werde
im Ausschuss für Grünflächen und Bestattungswesen zusätzlich über die Planungen zum Arenberger
Friedhof beraten. Dabei wird auch thematisiert werden, wie künftig mit dem
Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach Urnenkissengräbern umgegangen werden
soll.
Abschließend wurde noch die mangelnde Ausstattung des
Stadtteils mit schnellem Internet bemängelt. Damit werde der Stadtteil für
junge Familien zunehmend unattraktiv, beschwerte sich ein Bürger, bedenke man dabei
die Tatsache, dass dadurch heimische Büroarbeit nicht möglich sei. Auch viele
andere nützliche Angebote des Internet, wie z. B. medizinische Betreuung, gäbe
es deshalb nicht. „Die BIZ-Fraktion hat großes Verständnis für dieses Bedürfnis
nach schnellem Internet und wird sich mit Nachdruck in den städtischen Gremien
für die Anbindung der Stadtteile einsetzen“, so Edgar Kühlenthal, Mitglied der
BIZ Fraktion abschließend.
Mittwoch, 20. Februar 2013
BIZ-Neujahrsempfang: Diverse Gedanken für Stadt und Land
Popstar unter den Kämmerern hält
Festvortrag auf dem BIZ-Neujahrsempfang
Koblenz. Ekkehard
Grunwald aus Salzgitter ist so etwas wie ein Popstar unter den Kämmerern deutscher
Kommunen, umso mehr freute es die BIZ-Fraktion, dass er am vergangenen Sonntag
auf dem BIZ-Neujahrsempfang einen Festvortrag mit dem Titel „Diverse Gedanken
für Stadt und Land“ hielt.
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| Ekkehard Grunwald (3. v. l.) gemeinsam mit der BIZ-Fraktion |
Warum gilt Grunwald als Popstar? Der Finanzchef von Salzgitter hat die
Schulden seiner Stadt nicht nur verwaltet, sondern aktiv gemanagt. Damit hat er
seit 2003 knapp 5 Millionen Euro gespart. Das Rezept: Grunwald ließ
Kommunalkredite mit zehnjähriger Laufzeit und festem Zins auslaufen.
Stattdessen unterschrieb er nur noch Verträge über zwei, drei Monate. Deren
Zins richtet sich nach dem aktuellen Interbanken-Satz Euribor. Der Euribor lag
meist deutlich unter dem Zins für langlaufende Kredite. So sparte Salzgitter
Geld. Gegen steigende Zinsen bei kurzlaufenden Krediten sicherte sich die
Kommune mit dem Kauf von Derivaten ab.
Dies wusste auch der BIZ-Fraktionsvorsitzende Stephan
Wefelscheid in seiner Begrüßungsrede zu würdigen. Daneben blickte er zurück auf
das Jahr 2012, in dem insbesondere die Bettensteuer als „bürokratisches
Monstrum“ und die Öffnung der Clemensstraße heiß diskutiert wurden. Die
aktuelle Frage nach Ortsbeiräten beschäftigt auch die BIZ-Fraktion. So erklärt
Wefelscheid, dass Ortsbeiräte dort eingerichtet werden sollten, wo sie
gewünscht sind.
Interessiert
folgten der anschließenden Rede Ekkehard Grunwalds nicht nur die
Bürgermeisterin der Stadt Koblenz Marie-Theres Hammes-Rosenstein und das
Mitglied des Landtages Andreas Biebricher (CDU) sondern auch die circa hundert
erschienen Gäste.
Insbesondere
Grunwalds Gedanken zu Koblenz regten zum nachdenken an: Wie wollen die
Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2025 leben? Wo will die Stadt 2025 stehen? Wofür
will die Stadt stehen? Natürlich auch hier im Mittelpunkt: die
Haushaltskonsolidierung. Seiner Ansicht nach brauche man dafür zunächst eine
klare Strategie und das Setzen von Prioritäten. Anschließend müsse die
Aufgabenkritik in freiwilligen und gerade in gesetzlichen Aufgaben abgestimmt
auf die Prioritäten erfolgen.
In
seiner Rede bezweifelt er außerdem „die ruhige Front zur Rettung des Euro“. Er
befürchte, dass die Reformpolitik der krisengeschüttelten Länder wie Italien,
Portugal, Spanien und Griechenland erlahmen könne. Dies jedoch verhindere die
Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum, für internationale
Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Marktwirtschaft unter gleichzeitiger Deregulierung und
Zurückdrängung des Staates. (uk)
Dienstag, 22. Januar 2013
Kassenkredite weiterhin bedenklich hoch
Zinssatz für
Kassenkredite 2012 unter 1 Prozent
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| BIZ-Ratsfrau Angela Keul-Göbel |
Koblenz. (akg) Im Jahr 2012 musste die Stadt
Koblenz täglich Kassenkredite zwischen 72,1 Millionen Euro und 110,7 Millionen
Euro finanzieren. Diese Kredite dienen nicht den
Investitionen, sondern halten den laufenden Betrieb der Verwaltungen aufrecht,
z.B. mit der Zahlung der Gehälter. Für diese Kredite zahlte Koblenz
zwischen 0,16 Prozent und 0,72 Prozent Zinsen. Die Investitionskredite, deren
Laufzeiten bis zu 30 Jahren betragen, sind in diesen Summen nicht enthalten. „Bedenklich
ist der hohe Anteil von 72,1 Millionen Euro, der als Sockelsatz über 365 Tage
finanziert werden musste“, erklärt BIZ-Ratsmitglied Angela Keul-Göbel.
In 2010 betrug dieser Sockel noch 46,5 Millionen Euro, in
2011 ist er auf 66,1 Millionen Euro angewachsen. Positiv ist hingegen der
Verlauf der Höchstkredite. Stiegen diese zunächst von 123,7 Millionen Euro in
2010 auf 134,6 Millionen Euro in 2011, so sanken sie nun auf 110,7 Millionen
Euro.
„Das kann uns natürlich nicht beruhigen“, führt
BIZ-Fraktionsvorsitzender Stephan Wefelscheid aus. „Denn auch 110 Millionen
Euro Kassenkredit ist eine enorm hohe Summe.“
Koblenz kann diese Schulden nicht aus eigener Kraft
zurückfahren. Bund und Land sind weiterhin aufgefordert, die Kommunen stärker
zu unterstützen.
Im Bundesvergleich 2011 der am höchsten verschuldeten
Flächenland-Kommunen belegen die rheinland-pfälzischen Kommunen den vierten
Platz. Dass das viel
gepriesene Konnexitätsprinzip von der Landesregierung kaum beachtet wird zeigt
sich zum Beispiel an den Schülerbeförderungskosten. Die Schülerbeförderung ist
eine originäre Aufgabe des Landes. Eigentlich heißt Konnexitätsprinzip: „Wer
bestellt, bezahlt.“ Die Landesregierung interpretiert anscheinend: „Wer
bestellt, bezahlt einen kleinen Anteil.“ Denn das Land hat diese Aufgabe auf
die Städte übertragen. Trotzdem legen die Städte Geld drauf. Bisher waren das
jährlich etwa 1,5 Millionen Euro alleine in Koblenz.
Diese
Situation hat sich nun verschärft. Denn der Landtag hat beschlossen, dass seit dem laufenden Schuljahr die Schüler
der Sekundarstufe I kostenfrei transportiert werden müssen, und zwar kostenfrei
für die Eltern und fast kostenfrei für das Land! Für die Stadt ist damit ein Einnahmeverlust
verbunden.
Um
den jährlichen Zuschuss von ca. 1,5 Millionen Euro zu senken, hat die
Mehrheit des Rates im letzten Jahr beschlossen, die Länge des Schulweges, für
den kein Zuschuss gezahlt wird, von 2 auf 4 km zu erhöhen. Ca. 900
Schüler aus Koblenz erhalten nun keine Zuschüsse mehr – obwohl die Eltern hier
Steuern zahlen! Der Spareffekt beträgt circa 234.000 Euro. Doch die Mehrausgaben
aufgrund des Landtagsbeschlusses belaufen sich auf etwa 800.000 Euro.
Diese
Verschärfung zeigt, welche geringen Auswirkungen Entscheidungen des Stadtrats zu
Lasten der Koblenzer Bevölkerung haben, solange das Land uns weiterhin ohne
Konsequenzen mit zusätzlichen Kosten überhäuft.
Montag, 17. Dezember 2012
Angela Keul-Göbel: BIZ-Etatrede 2013
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte
Damen und Herren ,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
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| BIZ-Ratsfrau Angela Keul-Göbel |
Uns
ist es wichtig, dass Verwaltung und Rat mit dem notwendigen Problembewusstsein
die Weichen neu stellen und die erforderlichen Reformen aus eigener Kraft
einleiten – bevor die ADD oder der Staatskommissar es tun.
Wie
im letzten Jahr fehlt jedoch die Aufgabenkritik. Ansätze sind erkennbar – etwa
in der Auflösung des Versicherungsamtes und Eingliederung in das Haupt- und
Personalamt.
Doch
in einem anderen freiwilligen Bereich, nämlich bei der Nachnutzung der BuGa,
also der Unterhaltung der Grünflächen, bleibt der um 1 Mio. € im letzten Jahr
erhöhte Ansatz, obwohl es sich dabei keinesfalls um eine Pflichtaufgabe der
Gemeinde handelt und diese Betätigung damit grundsätzlich der Aufgabenkritik zu
unterziehen ist.
Dazu
kommt jetzt noch, wie aus der Anlage 1 ersichtlich, der Vorschlag der
Verwaltung, zusätzlich zu den knapp 6,5 Mio € weitere 30.000 € für die Pflege
von Ausgleichsflächen einzustellen, die in Bebauungsplänen im Rahmen der BUGA
angelegt worden sind. Dies tragen wir nicht mit.
1.
Wir beantragen, diese 30.000 € zu
streichen. Der
EB Grünflächen muss mit dem gegenüber 2011 um 1 Mio € erhöhten Ansatz
zurechtkommen.
Den
anderen freiwilligen Bereich, nämlich den des Eigenbetrieb Koblenz Touristik,
verschont der Kämmerer weiterhin. Obwohl es sich bei allen Ausgaben in diesem
Eigenbetrieb um freiwillige Leistungen handelt, erfolgen hier kaum
Einsparungen, sondern –unabhängig vom Bau der RMH- erhebliche Mehrausgaben.
Trotz hoher Wertpapiererträge und höherer Umsatzerlöse ist der Eigenbetrieb
Koblenz-Touristik nicht in der Lage schwarze Zahlen zu schreiben. Der
Wirtschaftsplan 2013 schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 1,65 Mio. €. So
kann eine Haushaltssanierung nicht gelingen. Hier besteht großer
Handlungsbedarf.
Der
defizitäre Bereich „Kongressbetrieb“ samt Rhein-Mosel-Halle sollte ebenso
privatisiert werden wie das Krematorium –hier warten wir noch das
Zwischenergebnis vor den Haushaltsberatungen 2014 ab- und der Kulturbau auf dem
Zentralplatz.
Wir
benötigen nicht nur höhere Umsatzerlöse, sondern auch Einsparungen. Doch was
schlägt die Verwaltung vor? Die Aufgaben und Ausgaben des EB werden erhöht! Aus
Anlage 6 ist ersichtlich, dass für Gruppenreisen weitere 17.000 € in den HH eingestellt
werden sollen. Das wollen wir nicht.
2.
Wir beantragen, diese 17.000 € zu
streichen, sowohl in den Ausgaben als auch bei der Auflösung der allgemeinen
Rücklage.
Gegen
die Stimmen der BIZ-Fraktion wurde im HuFa beschlossen, dass sich der EB an der
Mosellandtouristik GmbH mit einer Stammeinlage von 2.500 € beteiligt. Das zieht
eine jährliche Verlustübernahme/Umlage von rd. 43.000 € nach sich! Wir teilen
die Ansicht der ADD, dass kein Ausnahmetatbestand nach der VV 4.1.3 zu § 103
GemO vorliegt und dass die beabsichtigte Beteiligung konträr zu notwendigen Einsparungsbemühungen steht.
Gleiches
gilt für den Beschluss hinsichtlich der Veranstaltungsreihe „Mittelrhein Musik
Festival“. Damit wird der Zuschussbedarf im freiwilligen Leistungsbereich
ausgeweitet statt reduziert!
Für die RMH benötigen
wir eine neue Wirtschaftlichkeitsanalyse. Das hat die Verwaltung uns zugesagt
(Stellungnahme zu unserer Anfrage, Ratssitzung 27.09.2012). Wir erwarten die
Vorlage im 1. Quartal 2013.
Auf Grundlage der
Kostenschätzung, wonach die Rhein-Mosel-Halle mit Foyerhaus und Anbau eines
Tagungszentrums 20 Millionen Euro kosten würde, wurde errechnet, dass die
jährlichen Gesamtausgaben nach erfolgtem Umbau bei 2.687.500 € liegen werden.
Hierbei wurden die Fremdkapitalkosten auf eine Summe von 16 Millionen €
bezogen. Diese Summe hat sich erheblich erhöht. Die zu erzielenden
Gesamteinnahmen für die Zeit nach Fertigstellung des Bauwerks wurden mit
insgesamt ca. 1,2 Mio € angesetzt. Diese Summe müsste aufgrund der gestiegenen
Herstellungskosten ebenfalls fast verdoppelt werden.
Warum
legt die Mehrheit des Rates so großen Wert auf die Weiterentwicklung des
Tourismus und vernachlässigt dabei die Stärkung der Wirtschaft? Der EB
Touristik „wirbt“ mit einem Jahresverlust von 1,633 Mio € trotz
Wertpapiererträgen von über 5 Mio €! So kann eine
Haushaltssanierung
nicht gelingen. Hier besteht großer Handlungsbedarf.
In
2012 ist das Gewerbesteueraufkommen hinter den Erwartungen geblieben. Hier
müssen wir tätig werden. Hier ist das Wirtschaftsförderungsamt gefordert! Und
nicht beim Tourismus!
Denn
nur eine starke Wirtschaft sorgt für mehr Gewerbesteuereinnahmen. Am 23.08.2012
hat der Rat gegen unsere Stimmen das Städtebauliche Entwicklungskonzept
beschlossen. Ich zitiere: „Ausgehend von den Zahlen der Tages- und
Übernachtungsgäste ermittelt das Einzelhandels- und Zentrenkonzept ein
touristisches Umsatzpotential …, das etwa 4
% des Bruttoumsatzes im Einzelhandel entspricht.“ Selbst eine Verdoppelung
hätte keine gravierenden Auswirkungen auf das Gewerbesteueraufkommen.
Die BIZ-Fraktion zweifelt daran, dass mit
den massiven Mehrausgaben des EB tatsächlich Mehreinnahmen erzielt werden.
Gestützt werden wir durch die Aussage des Caterers im Kurfürstlichen Schloss.
Dieser konnte Umsätze und Erträge nicht im erforderlichen Maß erreichen.
Vielmehr hat er –wie von mir befürchtet –
die Gewinne der BuGa mitgenommen und will nun aus dem Vertrag entlassen
werden.
Unsere
Zweifel werden auch gestützt durch die Zahlen des EB 83. Für 2013 wird der Ansatz
für Einnahmen aus Saalvermietungen im Schloss um 1/6-tel gekürzt, von 90 T€ auf
75T€. Die BIZ-Fraktion schlägt vor,
dass die Werksleitung gemeinsam mit dem Rechtsamt überlegt, welche
Möglichkeiten bestehen, aufgrund der neuen Rahmenbedingungen den Mietzins
gegenüber der BIMA abzusenken.
In
der RMH und im Romanticum dürfen wir auf den Erreichungsgrad der
prognostizierten Umsätze gespannt sein, vor allem weil in der RMH nur 60T€ mehr
Einnahmen erwartet werden als im Romanticum (320 T€ zu 260T€). Immerhin sind
wir weit entfernt davon, dass der Haushalt des EB 83 innerhalb von fünf Jahren
ausgeglichen sein wird. Das weitere Defizit muss dann der städtische Haushalt
tragen.
Wir
sind daher der Überzeugung, dass der defizitäre Bereich „Kongressbetrieb“ samt
Rhein-Mosel-Halle privatisiert werden sollte. Ein privates Unternehmen wird ein
Defizit von 250.000 € bei Rhein in Flammen nicht als Erfolg feiern. Wir
sind überzeugt davon, dass solche Veranstaltungen dann so geplant werden, dass
Gewinne erzielt werden. Auf Flammenstäbe, die sich als absolute Fehlinvestition
erwiesen haben, wie die BIZ-Fraktion es vorausgesagt hat, wird man dabei ganz
sicher verzichten.
Während
der OB sich beim „Tourismus“ großzügig erweist wollte er, dass bei den Sparten
Jugend und Soziales 4,73 % der bereits mehrfach gekürzten Beträge pauschal
eingespart werden. Wie im letzten Jahr hat sich die BIZ-Fraktion gegen die
pauschalen Einsparungen gewandt. Dieses Mal mit Erfolg: Mit den Stimmen von CDU
und Grünen wurden auf Antrag der BIZ-Fraktion die zunächst gekürzten ca. 51.T€ für
die freien Träger wieder in den Haushalt eingestellt.
Uns
ist es wichtig, dass die freien Träger vorbeugend tätig werden. Was wir hier
einsparen, zahlen wir in den nächsten Jahren an staatlicher Stelle potenziert
aus - mit allen negativen
Begleiterscheinungen für die betroffenen Menschen.
Meine
Damen und Herren, ich kann es Ihnen nicht ersparen: auch im Haushalt 2013
stehen Investitionen für die Gigantomanie am Zentralplatz an. Die BIZ- Fraktion hat von Beginn an immer
auf die finanziellen Folgen des Zentralplatzprojektes hingewiesen.
Nun
ist das eingetreten, was wir immer befürchtet haben. Die Kreditaufnahme für die
Herstellung des Kulturbaus reicht nicht aus. Deshalb wird die Koblenz Touristik
für das „Romantikum“ und das Stadttheater für die Theaterkasse „zur Kasse
gebeten.“ Um das enorme Defizit zu reduzieren, stellen wir folgenden Antrag:
3.
Wir beantragen: Die Verwaltung wird
beauftragt, die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass für die
Nutzung des Glasaufzugs und der Dachterrasse von Beginn an ein
Benutzungsentgelt von mindestens 1 € pro Besucher festgelegt wird.
Wir haben keinen
Beschluss des Stadtrates gefunden, der der Bevölkerung eine kostenlose Nutzung
des Glasaufzugs und der Dachterrasse zusichert. Daher stellen wir heute den
Antrag.
Mit
der Anlage 1 zur Änderungsliste Ergebnishaushalt 2013 will der Kämmerer 39.800
€ zusätzlich in den Haushalt einstellen. Damit sollen Kataloge für das „Forum
Confluentes“ gedruckt werden. So würden die Aufwendungen für Sach- und
Dienstleistungen im Kulturgebäude auf ca. 521 T €, also auf mehr als eine halbe
Million Euro steigen. Wir sind der Auffassung, dass die notwendigen Kosten für
Katalogdrucke durch Verkauf der Kataloge gegenfinanziert werden müssen! Bei
Unterdeckung reichen die bereits im Haushalt eingeplanten Ausgaben von 481.T€!
4.
Wir beantragen die Streichung der
zusätzlichen 39.800 Euro.
Für
den Transport von Kunstgegenständen in das „Forum Confluentes“ sollen laut
Änderungsliste Ergebnishaushalt zusätzlich 100.000 € bereitgestellt werden,
insgesamt also fast 509 T€ sonstige laufende Aufwendungen. Damit stehen für den
Umzug des Mittelrhein-Museums 228.000 € im Haushalt.
5.
Wir beantragen, dass diese Mittel
nicht gegenseitig deckungsfähig sind mit den restlichen Mitteln in Zeile 18,
sondern nur für Umzugskosten verwendet werden dürfen.
Regelrecht
erschrocken sind wir über die Höhe der Reinigungskosten für den Kulturbau.
277.000 € für 9 Monate, also 360.000 € im Jahr werden dafür fällig! Was könnte
man damit sinnvolles anfangen! Aber die Ratsmehrheit will es so. Insgesamt
belastet der Kulturbau den konsumtiven Haushalt mit Mehrausgaben von 3,1
Mio. €. Das Geld könnten Schulen und Infrastruktur besser gebrauchen. Dort wäre
es sinnvoll investiert. Hier wird es sinnlos ausgegeben.
Bereits
in der Sitzung des Stadtrats am 27.11.2008 wurde der OB gebeten, mit dem Land
bezüglich der Zuschussgewährung für den Kulturbau mit dem Ziel
nachzuverhandeln, dass ein höherer Landeszuschuss erzielt wird. Dies ist weder
dem Alt-OB noch Ihnen, Herr OB, gelungen. Vielmehr haben Sie, Herr OB, sogar
den geminderten Zuschuss zur BuGa noch als gelungenes Verhandlungsergebnis
verkauft. Dabei steht nach Überzeugung des gesamten Rates fest, dass die
Landeszuschüsse generell viel zu gering sind.
Dass
das viel gepriesene Konnexitätsprinzip von der Landesregierung mit Füßen
getreten wird zeigt sich z.B. an den Schülerbeförderungskosten.
Die Schülerbeförderung ist eine originäre Aufgabe des Landes. Das Land hat die
Beförderung auf die Städte übertragen. Trotzdem legen die Städte Geld drauf. Bisher
waren das jährlich etwa 1,5 Mio €, was an sich schon unglaublich ist.
Diese
Situation hat sich nun verschärft. Denn der Landtag hat beschlossen, dass seit dem laufenden Schuljahr die Schüler
der Sekundarstufe I kostenfrei transportiert werden müssen, und zwar kostenfrei
für die Eltern und fast kostenfrei für das Land! Für die Stadt ist damit ein
Einnahmeverlust –nach Abzug des lächerlichen Zuschusses des Landes- von sage
und schreibe ca. 500.000 €, also einer halben Million Euro verbunden.
Um
den jährlichen Zuschuss von ca. 1,5 Mio
€ zu senken, hat die Mehrheit des Rates im letzten Jahr
beschlossen, die Länge des Schulweges, für den kein Zuschuss gezahlt
wird, von 2 auf 4 km zu erhöhen. Ca. 900 Schüler aus Koblenz erhalten nun keine
Zuschüsse mehr – obwohl die Eltern hier Steuern zahlen! Spareffekt: ca. 234.000
€.
Mehrausgaben
aufgrund des Landtagsbeschlusses: ca. 800.000 €.
Diese
Verschärfung zeigt, welche geringen Auswirkungen Entscheidungen des Stadtrats zu
Lasten der Koblenzer Bevölkerung haben, solange das Land uns weiterhin ohne
Konsequenzen mit zusätzlichen Kosten überhäuft.
So
werden Beschlüsse des Stadtrates vom Land konterkariert. Denn statt der gut 200
T€ Mehreinnahmen hat die Stadt durch die Entscheidung des Landes fast 300 T€
Mehrausgaben! Das ist unglaublich!
(S.
426: Einnahmeverlust Stadt: 800 T€; Mehreinnahmen Land: ca. 280.000 €)
Ähnliches
Stellen wir im Bereich der Kindertagesstätten fest: Das Land verteilt die
Wohltaten, die Stadt zahlt. Neubau in Ordnung, aber:
Bei
den Investitionen: Drei Kita-Neubauten: 7,215 Mio €, Land: 759 T€;
Zuschüsse
für private Träger: ca. 1,3 Mio €; Stadt: 8,5 Mio €.
Im
konsumtiven Bereich: Krippen
Da der Rechtsanspruch für zweijährige Kinder auch auf
Krippenplätzen erfüllt werden kann,
gilt für diese Kinder auch die
Elternbeitragsfreiheit. Allerdings erstattet das Land maximal bis
zur Höhe des Elternbeitrags für einen
Ganztags-Kindergartenplatz.
Von den Sollelternbeiträgen 2010 wurden 22.398,- €
für zweijährige Kinder vom Land erstattet. Hätten wir die Elternbeiträge in
voller Höhe erheben können, hätten wir Elternbeiträge in Höhe von 53.587,- €
vereinnahmen können; die Stadt Koblenz erzielte durch die
Elternbeitragsfreiheit für zweijährige Kinder eine Mindereinnahme von
31.189,- €.
In 2011 hat die Stadt Koblenz durch die
Elternbeitragsfreiheit für zweijährige
Kinder in Krippen und die Beschränkung der Erstattung
auf die Höhe des Elternbeitrages für
einen
Kindergartenplatz eine Mindereinnahme von 110.996,- € zu verzeichnen.
Und
das hat, Frau Heinrich-Lotz, nichts damit zu tun, dass die Stadt vorher keine
15 % der Personalkosten im Kindergartenbereich von den Eltern erhoben hat. Hier
handelt es sich um den Krippenbereich. Dort hatten wir bereits vor der
Gesetzesänderung eine hohe Beteiligung der Eltern an den Personalkosten!
Wir
unterstützen die Bürgermeisterin in der Absicht, über den Städtetag eine
Erhöhung der Bezuschussung auf 15 % zu erreichen.
Sollte
das nicht möglich sein, empfehlen wir Klage zu erheben.
Während
der Ratsmehrheit im Zentrum keine Investition zu hoch ist, bleiben die
Stadtteile auf der Strecke. Diese Entwicklung unterstützen wir nicht! Zu einer liebenswerten Stadt gehören intakte
Straßen, Bürgersteige und Radwege und nicht nur eine „vergoldete Mitte“.
Über Jahrzehnte sind die Bürger
vertröstet worden, z.B. in der Rüsternalle (nach Fertigstellung der
Fachhochschule, dann nach Fertigstellung des Kunstrasenplatzes…). Die Geduld
der betroffenen Bürger ist am Ende.
Die BIZ-Fraktion kann die Bewusstseinslage der betroffenen Menschen nur zu gut verstehen. Durch häufige Berichterstattung der regionalen Medien müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass Millionen-Beträge in die Straßen um den Zentralplatz gesteckt werden, während gleichzeitig in den Koblenzer Stadtteilen die Straßen verkommen.
Der Zustand einiger Straßen ist schon lange untragbar und wird zunehmend gefährlicher für Radfahrer und Fußgänger. Deshalb sollen kurzfristige Maßnahmen wie Grundinstandsetzungen helfen, die aus dem Etat des konsumtiven Haushalts finanziert werden können.
Die BIZ-Fraktion kann die Bewusstseinslage der betroffenen Menschen nur zu gut verstehen. Durch häufige Berichterstattung der regionalen Medien müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass Millionen-Beträge in die Straßen um den Zentralplatz gesteckt werden, während gleichzeitig in den Koblenzer Stadtteilen die Straßen verkommen.
Der Zustand einiger Straßen ist schon lange untragbar und wird zunehmend gefährlicher für Radfahrer und Fußgänger. Deshalb sollen kurzfristige Maßnahmen wie Grundinstandsetzungen helfen, die aus dem Etat des konsumtiven Haushalts finanziert werden können.
Die Verwaltung hat der BIZ in einem Antwortbrief
versprochen, schnell den entsprechenden Gremien einen Lösungsvorschlag zu
unterbreiten. Darauf setzen wir!
Die BIZ-Fraktion wird sich weiterhin mit
eigenen Vorschlägen an der Debatte über die notwendige Haushaltskonsolidierung
beteiligen. Unser Abstimmungsverhalten für den Haushalt 2013 hängt davon ab,
inwieweit unsere Anträge eine Mehrheit finden.
Nach wie vor fehlt der BIZ-Fraktion eine grundlegende Aufgabenkritik, die zu messbaren
Einsparungen führt. Es bedarf eines Personalentwicklungsplans, der Angaben
darüber enthält, wie Personalkosteneinsparungen langfristig erreicht werden
können. Dies setzt voraus, dass der gesamte Verwaltungsapparat einer
systematischen aufgabenkritischen Analyse unterworfen wird um die Entscheidung
darüber treffen zu können, in welchem Umfang und in welcher Intensität der
kommunale Aufgabenbestand bestehen bleiben oder reduziert werden kann. Der
Energiebedarf muss intelligent reduziert werden.
Meine
Damen und Herren, ich komme zum Schluss.
Man muss nicht nur mehr Ideen haben als andere,
sondern auch die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden, welche dieser Ideen gut sind.
Linus Pauling
Linus Pauling
Lassen
Sie uns die notwendige Haushaltskonsolidierung gemeinsam angehen, damit in Koblenz
eine Zukunft besteht. Die BIZ-Fraktion
wird sich den notwendigen Schritten jedenfalls nicht verschließen.
Freitag, 14. Dezember 2012
Wie bekommt die Stadt die Schulden in den Griff?
Rhein-Zeitung fragt-Ratsmitglieder antworten. Für die BIZ-Fraktion gab Ratsfrau Angela Keul-Göbel Auskunft zur Haushaltslage und wo die BIZ Einsparmöglichkeiten sieht.
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| BIZ-Ratsfrau Angela Keul-Göbel |
kritisieren Sie?
Der Ergebnishaushalt, der mit einem Jahresfehlbetrag von
33,1 Millionen Euro endet, verstößt erneut ganz erheblich gegen das gesetzliche
Gebot des Haushaltsausgleichs. Die Kreditverschuldung der Stadt wird sich
weiter verschärfen und 2013 auf über 526 Millionen Euro steigen. Hier rächt
sich die Gigantomanie am Zentralplatz. Gut ist, dass trotz der
Multimillioneninvestition Zentralplatz bei Jugend und Sozialem auf unseren
Antrag hin nichts gekürzt wird. Denn die Leistungen jedes Sozialträgers, der
aus finanziellen Gründen wegbricht, werden in Zukunft überproportionale Kosten
für die Stadt verursachen.
werden?
Einsparungen lassen sich bei den städtischen Energiekosten erzielen, und dies Jahr für Jahr. Große Einspareffekte lassen sich bei der Koblenz-Touristik durch strikte Aufgabenkritik erzielen. Der defizitäre Bereich „Kongressbetrieb“ samt Rhein-Mosel-Halle sollte ebenso privatisiert werden wie das Krematorium und der Kulturbau auf dem Zentralplatz. Bei Jugend und Sozialem, Schulen, Brücken, Straßen wie zum Beispiel der Rüsternallee, Bürgersteigen und Radwegen darf nicht gespart werden. Die Straßen, Wege und die Infrastruktur in den Stadtteilen müssen intakt sein.
3. Wie kann die Stadt ihre Verschuldung in den Griff bekommen?
Nach wie vor fehlt eine grundlegende Aufgabenkritik, die zu messbaren Einsparungen führt. Es bedarf eines Personalentwicklungsplans, der Angaben darüber enthält, wie Personalkosteneinsparungen langfristig erreicht werden können. Dies setzt voraus, dass der gesamte Verwaltungsapparat einer systematischen aufgabenkritischen Analyse unterworfen wird, um die Entscheidung darüber treffen zu können, in welchem Umfang und in welcher Intensität der kommunale Aufgabenbestand bestehen bleiben oder reduziert werden kann. Der Energiebedarf muss intelligent reduziert werden.
Den kompletten Artikel können Sie in der Ausgabe RZ
Koblenz und Region vom Mittwoch, 12. Dezember 2012, Seite 20 lesen
Mittwoch, 12. Dezember 2012
Realisierung Verbindungsweg Goldgrube – Rauental ungewiss
Alles bleibt beim Alten
Die
Verwaltung kann noch keine Lösung für den fehlenden Verbindungsweg von der
Goldgrube ins Rauental anbieten. Dies ist das Ergebnis einer Anfrage. Auf
Anregung der BIZ-Fraktion hatten alle Ratsfraktionen den Sachstand nachgefragt.
Denn im Rahmen einer Veranstaltung von „Goldgrube aktiv“, Ansprechpartner Horst
Birk, hatte die Goldgruber Bevölkerung die Möglichkeit genutzt, Fragen an die
anwesenden Ratsmitglieder zu stellen. Von großem Interesse war dabei die
Realisierung eines Verbindungswegs von der Goldgrube zum Rauental.
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| BIZ-Ratsfrau Angela Keul-Göbel |
„Leider ist
die Antwort der Verwaltung außerordentlich enttäuschend“, teilt BIZ-Ratsfrau
Angela Keul-Göbel mit. Den Anwohnern wurde auf einem Schild versprochen, dass
die Stadt Koblenz prüft, ob eine mittelfristige Lösung des Problems durch eine
vorgezogene Errichtung des Überweges am zukünftigen Haltepunkt Rauental möglich
ist. Zudem sollte in der nächstmöglichen Verbindung, nämlich dem Heiligenweg,
eine Verbreiterung des Fußgängerweges erfolgen, um die Sicherheit für Fußgänger
in diesem Bereich zu erhöhen.
Mehr als
ein Abstimmungsgespräch ist für die Option Schienenhaltepunkt Rauental in der
Zwischenzeit, also über Jahre, nicht gelaufen. Für die Verbreiterung des
Gehweges Heiligenweg wurde noch keine Planung erstellt. Die Verwaltung führt in
Ihrer Antwort aus, dass der vorhandene „Schrammbord“ nur ca. 0,75 m breit ist.
Die Breite der Fahrbahn beträgt ca. 5 m. Bei einer Verkehrsbelastung von über
10.000 KFZ /24 h handelt es sich beim Heiligenweg um eine Straße mit großem
Verkehrsaufkommen. Aufgrund der schon heute zu geringen Fahrbahnbreite ist eine
Verbreiterung des Gehweges automatisch mit einer Verminderung der
KFZ-Verkehrsqualität verbunden. Der Heiligenweg und die angrenzenden
Einmündungen sind schon heute in den Spitzenstunden überlastet. Eine
Verbreiterung des Gehweges würde die Situation für die Autofahrer weiter verschlechtern.
„Zusammengefasst
lautet die Antwort der Verwaltung: „Alles bleibt beim Alten!“ Das muss der
Bevölkerung aber auch mitgeteilt werden“, moniert BIZ-Ratsfrau Angela
Keul-Göbel. Immerhin hat die Stadtverwaltung Koblenz auf dem Schild „Baufälliger Tunnel der Deutschen Bahn
AG führt zur Schließung des Verbindungswegs“ zugesagt, die Öffentlichkeit
„umgehend über die Ergebnisse“ zu unterrichten. Lösungsmöglichkeiten werden von
der Verwaltung nicht angeboten. Doch die Verkündung der schlechten Nachrichten
überlässt man augenscheinlich lieber den ehrenamtlich tätigen Ratsmitgliedern.
Angela
Keul-Göbel
BIZ-Fraktion
zu lesen auch in der Augabe des Schängel vom 12. Dezember 2012
Dienstag, 11. Dezember 2012
RZ-Leserbrief Stephan Wefelscheid: Tourismus - Der Stadtrat hat eine Entscheidung über die Einführung einer Bettensteuer vertagt.
„Zweifel an Rechtmäßigkeit“
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| BIZ-Fraktionsvorsitzender Stephan Wefelscheid |
Im Kommentar in der RZ vom 12. November erklärte die Redakteurin, davon
überzeugt zu sein, dass die Bettensteuer zumutbar sei. Dass ein Großteil
der Ratsfraktionen, darunter auch meine Fraktion, die Bettensteuer in
der von der Verwaltung vorgelegten Form ablehnten, sei unverständlich.
Als in der Verantwortung stehender Stadtrat, der die Bettensteuer
abgelehnt hat, sehe ich mich verpflichtet, auf folgende Punkte
hinzuweisen: Zwar hat der Stadtrat mit Eckwertebeschluss für das
Haushaltsjahr 2013 beschlossen, jede Einnahmemöglichkeit auszuschöpfen.
Dabei haben sich diese Einnahmevorschläge jedoch im Rahmen des geltenden
Rechts zu bewegen. An der Rechtmäßigkeit der von der Verwaltung nach
dem Vorbild der Stadt Dortmund vorgelegten Bettensteuer bestanden
erhebliche Zweifel. Da nur privat veranlasste Übernachtungen mit
Bettensteuer belegt werden, müsste der Hotelier zunächst feststellen, ob
die Übernachtung privat oder geschäftlich veranlasst ist. Damit würde
er aber als verlängerter Arm der Finanzverwaltung und somit als Erheber
und Verarbeiter von Steuerdaten im Sinne der Abgabenordnung tätig, was
rechtlich unzulässig wäre. Wie das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen mit
Urteil von November 2012 zudem feststellte, verstößt die
Beherbergungssatzung der Stadt Dortmund gegen die rechtsstaatlich
gebotene Vorhersehbarkeit der Steuerschuld für Betriebe, da die
Beweislast für die Entstehung der Steuerpflicht faktisch zulasten der
Beherbergungsbetriebe und zugunsten der Stadt umgekehrt wurde. Die
Steuergerechtigkeit ist verfahrensrechtlich ebenfalls nicht
gewährleistet. Bei der jüngst im Stadtrat zu treffenden Entscheidung
waren daher rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, die sich der
Beliebigkeit einer rein regionalen Betrachtung entziehen. Die Beachtung
der Gesetz- und Rechtmäßigkeit gilt allerdings auch für den Koblenzer
Stadtrat!
Stephan Wefelscheid, Vorsitzender der BIZ-Stadtratsfraktion, Koblenz
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